Was Minu kann, kann ich auch. So.
Dienstag, 30. Dezember 2008
Dienstag, 23. Dezember 2008
Ich torkle durchs Abteil. Die Stiefel haben viel zu hohe Absätze, um damit elegant durch einen ICE zu stolzieren, der sich grade durch die langen Tunnel Hessens windet und ächzt. Von meinen flachen Stiefeln ist mir heute morgen der Absatz abgefallen. Panik. Ich brauche die für Weihnachten und bin grade aufm Weg zum Bahnhof! Die *Russen* (Achtung, Leitmotiv) im Schuhmacherladen in der Passage drüben hab ich mit viel Klimperklimper dazu gekriegt, mir die Stiefel sofort zu reparieren. Ich hab ihnen dafür eine Packung Merci geschenkt. Sie haben sich so sehr gefreut, dass ich traurig wurde. Kriegen sie denn sonst nie Merci? Zum Stiefelwechseln hatte ich nach der Reparatur keine Zeit. Also weiter in den High Heels.
Im Zug fangen kurz hinter Mannheim immer alle an, krassestes Schwäbisch zu sprechen. Warum alle? Dürfen Nichtschwaben oder Rei`gschmeckte in Baden-Württemberg gar nicht Zug fahren? Selbst die gutaussehenden Herren in ihren Nadelstreifenanzügen wirken plötzlich bieder.
Irgendwie werd ich glaub krank. Der Hals tut weh, die Nase kribbelt. Post-Party-Syndrom oder Erkältung? Krank zuhause sein war früher immer schön: man kriegte zu essen, was man wollte, lauter Zeitschriften, Fernsehen. Essen, was ich will, gibts immer noch. Zumindest offiziell. Aber ich muss es meist selbst kochen. Zeitschriften gibt es nach wie vor en masse. Ich fange an, mich durch die letzten 12 Ausgaben der BUNTE zu lesen, äh, gucken. Auch der Boris ist wieder Single. Traurig. Trotz seines Namens ist er kein Russe (des Leitmotivs wegen musste das erwähnt werden). Und wieder eine Sandy mehr aufm Heiratsmarkt. Nur Heidi Klum gebärt fröhlich vor sich hin.
Die Plastiktanne steht. Ich hab mich immer noch nicht dran gewöhnt. Sie sieht perfekt aus, nur die Spitze bleibt krumm, wir kriegen das einfach nicht gerade hingebogen. Hm, fast so wie die Natur: unberechenbar. Nur riecht der Baum gar nicht. Nach nix. Nadeln tut er dennoch. Seltsam. Mit Strohsternen und Goldkugeln sieht er ganz schön aus. Aber Plastik bleibt Plastik. Ich bin da konservativ.
Wieviel Ragout Fin braucht man für die Pasteten? Ein Drama beginnt. Die zwei Dosen reichen doch nie und nimmer! Aber mehr gibt es nicht von der teuren, der *guten* Firma. Mischen mit der Billigware? Was wird die Oma sagen, wenn sie hört, dass da Geflügel drin ist? Die Oma isst doch kein Geflügel! Egal, sie merkt auch nie, wenn ich Knoblauch ins Essen tue. Obwohl das doch nur Russen essen, sagt die Oma.
Der Vater ist kurz irritiert, weil die Töchter sein Klingeln des Morgens nicht sofort erhören, weil sie sich fönen. Und er ist doch so hungrig, normalerweise frühstückt er ja viiiiel früher. Ja, die Kinder sind wieder daheim. Mit ihnen das ganze Chaos einer Großfamilie. Alle versuchen, es zu genießen. Es wird über Eierkochzeiten diskutiert und kurz über Steuererklärungen. Kinder, ist das Leben schön.
Die Oma hat nachmittags Besuch von einer alten Bekannten. Diese redet in schwindelerregend kurzer Zeit über mich als Kind (*d`K. hat net mit annam jedm gschprocha, nei nei,, nur mit adenen, die sie wirklich gmocht het, die konnt a ganz schön Schture sei - ganz andersch wia d`Kloine, die hat oifach immer gschtrahlt* - ich bin K. ...) geredet, dann über die Bombennächte 1945 (*ond plötzlich lag dia ganz Familie moiner Freundin dooood da, wissetse, alle doood*) und über Erbschleicher in der Familie (*hah, moi Kusiiiiin isch des - aber beim Geld isch Schluss mit luschtig, gell?*), und jedem Satz schob sie ein grelles Lachen nach. Ich flüchte in den Supermarkt, um die Ragout Fin-Frage zu klären.
Entschleunigung. Auf einem riesigen PC-Ungetüm versuche ich, mich wie einst zu Grundstudiumszeiten mit dem Smartsurfer ins Internet einzuwählen. Erst die Oma anrufen und checken, ob mit ihr alles okay ist. Denn beim Surfen wird die Telefonleitung tot sein. Das Modem jault. Modem. Auch so ein Wort, das aus unserem Sprachgebrauch verschwinden wird. Wie einst Bollerwagen, Schlauchmilch, Zehnpfennigstück und Kassettenrecorder. Während ich mich die folgende halbe Stunde lang auf GMX einlogge, koche ich mir einen Tee, nähe eine Naht an meiner Hose und studiere das Kinoprogramm für Heiligabend. Beim Surfen in Berlin schaffe ich es noch nicht mal, nebenher die Waschmaschine auszuräumen.
Naomi Campbell ist jetzt mit einem reichen Russen zusammen, sagt die BUNTE. Seinen Namen hab ich schon wieder vergessen. Er hieß weder Putin noch Jelzin. Aber er ist Russe.
Im Zug fangen kurz hinter Mannheim immer alle an, krassestes Schwäbisch zu sprechen. Warum alle? Dürfen Nichtschwaben oder Rei`gschmeckte in Baden-Württemberg gar nicht Zug fahren? Selbst die gutaussehenden Herren in ihren Nadelstreifenanzügen wirken plötzlich bieder.
Irgendwie werd ich glaub krank. Der Hals tut weh, die Nase kribbelt. Post-Party-Syndrom oder Erkältung? Krank zuhause sein war früher immer schön: man kriegte zu essen, was man wollte, lauter Zeitschriften, Fernsehen. Essen, was ich will, gibts immer noch. Zumindest offiziell. Aber ich muss es meist selbst kochen. Zeitschriften gibt es nach wie vor en masse. Ich fange an, mich durch die letzten 12 Ausgaben der BUNTE zu lesen, äh, gucken. Auch der Boris ist wieder Single. Traurig. Trotz seines Namens ist er kein Russe (des Leitmotivs wegen musste das erwähnt werden). Und wieder eine Sandy mehr aufm Heiratsmarkt. Nur Heidi Klum gebärt fröhlich vor sich hin.
Die Plastiktanne steht. Ich hab mich immer noch nicht dran gewöhnt. Sie sieht perfekt aus, nur die Spitze bleibt krumm, wir kriegen das einfach nicht gerade hingebogen. Hm, fast so wie die Natur: unberechenbar. Nur riecht der Baum gar nicht. Nach nix. Nadeln tut er dennoch. Seltsam. Mit Strohsternen und Goldkugeln sieht er ganz schön aus. Aber Plastik bleibt Plastik. Ich bin da konservativ.
Wieviel Ragout Fin braucht man für die Pasteten? Ein Drama beginnt. Die zwei Dosen reichen doch nie und nimmer! Aber mehr gibt es nicht von der teuren, der *guten* Firma. Mischen mit der Billigware? Was wird die Oma sagen, wenn sie hört, dass da Geflügel drin ist? Die Oma isst doch kein Geflügel! Egal, sie merkt auch nie, wenn ich Knoblauch ins Essen tue. Obwohl das doch nur Russen essen, sagt die Oma.
Der Vater ist kurz irritiert, weil die Töchter sein Klingeln des Morgens nicht sofort erhören, weil sie sich fönen. Und er ist doch so hungrig, normalerweise frühstückt er ja viiiiel früher. Ja, die Kinder sind wieder daheim. Mit ihnen das ganze Chaos einer Großfamilie. Alle versuchen, es zu genießen. Es wird über Eierkochzeiten diskutiert und kurz über Steuererklärungen. Kinder, ist das Leben schön.
Die Oma hat nachmittags Besuch von einer alten Bekannten. Diese redet in schwindelerregend kurzer Zeit über mich als Kind (*d`K. hat net mit annam jedm gschprocha, nei nei,, nur mit adenen, die sie wirklich gmocht het, die konnt a ganz schön Schture sei - ganz andersch wia d`Kloine, die hat oifach immer gschtrahlt* - ich bin K. ...) geredet, dann über die Bombennächte 1945 (*ond plötzlich lag dia ganz Familie moiner Freundin dooood da, wissetse, alle doood*) und über Erbschleicher in der Familie (*hah, moi Kusiiiiin isch des - aber beim Geld isch Schluss mit luschtig, gell?*), und jedem Satz schob sie ein grelles Lachen nach. Ich flüchte in den Supermarkt, um die Ragout Fin-Frage zu klären.
Entschleunigung. Auf einem riesigen PC-Ungetüm versuche ich, mich wie einst zu Grundstudiumszeiten mit dem Smartsurfer ins Internet einzuwählen. Erst die Oma anrufen und checken, ob mit ihr alles okay ist. Denn beim Surfen wird die Telefonleitung tot sein. Das Modem jault. Modem. Auch so ein Wort, das aus unserem Sprachgebrauch verschwinden wird. Wie einst Bollerwagen, Schlauchmilch, Zehnpfennigstück und Kassettenrecorder. Während ich mich die folgende halbe Stunde lang auf GMX einlogge, koche ich mir einen Tee, nähe eine Naht an meiner Hose und studiere das Kinoprogramm für Heiligabend. Beim Surfen in Berlin schaffe ich es noch nicht mal, nebenher die Waschmaschine auszuräumen.
Naomi Campbell ist jetzt mit einem reichen Russen zusammen, sagt die BUNTE. Seinen Namen hab ich schon wieder vergessen. Er hieß weder Putin noch Jelzin. Aber er ist Russe.
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LaMadame
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Freitag, 19. Dezember 2008
man trinkt wodka cranberry in mitte
alle trinken das
wirklich alle
individualität ist immer eine frage der definition
ich dachte erst, es sei campari orange
und warum schwimmen gurkenscheiben in fast leeren gläsern?
immer noch bang-ponys, in blond und schwarz
oder wieder?
sogar die lebkuchen haben ein markenzeichen
'gebrandet' heißt das
mein mitte-jargon wird immer besser
aber ich muss noch an meinen umgangsformen arbeiten
"du darfst dich NIE entschuldigen!"
"okay, entschuldigung, wusste ich nicht."
mist, schon wieder falsch WODKA
an der garderobe viele schwarze jacken
kreative menschen tragen gerne schwarz CRANBERRY
immer noch und immer wieder
ich auch
zumindest hier aufgehen in der masse
ist das gut oder schlecht?
mein mantel ist von donna karan
bestimmt muss man mit h&m-schildchen wieder gehen
obwohl
underground-schick ist ja das markenzeichen des 'jungen kreativen berlin'
der wodka cranberry ist etwas zu süß
aber schön rot
mit orangeschale drin
weihnachtsstimmung kommt auf
morgen sitzen alle hier im flieger nach stuttgart
im bahnhof friedrichstraße hat um 1 uhr nachts alles geschlossen
sogar burger king
berlin ist wieder provinz
oder immer noch
ein paar bang-ponys drängen sich am currywurststand draußen
die post-vegetarische szene
niemand will ins bett
denn alle hier haben ein leben
nur wenn sie jetzt nach hause gehen, glaubt ihnen das doch keiner
also weiterziehen
das cookies hat noch auf
und die hafenbar
es ist kalt
alle sehen aus wie müde, hungrige kinder
so kreativ
so trotzig
so leer
plastik-blicke
bloß weg
heim
durchs brandenburger tor
rübermachen
in das andere berlin
an der kurfürstenstraße die damen aus bulgarien
hotpants
etwas zu dunkle feinstrumpfhosen
alle haben weiße Lederstiefel an
damit die freier sie im dunkeln nicht übersehen?
an der bushaltestelle rauchen ein paar ghettokids billige zigaretten
bierdosen von aldi
der dönerladenbesitzer putzt seinen tresen
mehr plastik
und irgendwie doch weniger
weniger leben
und doch irgendwie mehr
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LaMadame
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Dienstag, 9. Dezember 2008
Schöne Frauen oder Die Angst der Prinzessin vor der Königin
Warum fühlen sich manche Frauen von als schön geltenden Frauen bedroht? Warum regt man sich als Frau darüber auf, wenn ein Film voller Hollywood-Schönheiten ist? Warum ist man empört, wenn Männer oder andere Frauen die wundervollen Haare oder die tolle Figur einer berühmten Frau oder sogar einer gemeinsamen Freundin rühmen? Warum müssen manche Frauen stets betonen, dass sie überhaupt nicht aussehen möchten wie Miss X mit ihren überlangen Beinen, dass sie den Bauch von Lady Y nun wirklich zu muskulös und flach finden und generell nicht verstehen können, was denn nun alle alle an Madame Z finden, die Lippen seien doch viel zu aufgeplustert.
Das Interessante ist, dass jene Frauen ihre Haltung gerne als feministischen Akt verteidigen, als Widerstand gegen ein rigoroses, einengendes und uniformes Schönheitsideal. Dies möchte ich jedoch bestreiten. Für mich zeugt dieses Verhalten im Gegenteil von einer weiblichen Entsolidarisierung. Schöne Frauen als Bedrohung zu empfinden ist zutiefst patriarchal. Der patriarchale Reflex ist es, der einer schönen Frau sofort unterstellt, dass sie dumm sein müsste. Ist sie jedoch nachweislich intelligent, ist sie eine noch viel größere Bedrohung. Eine als nicht schön geltende Frau wiederum ist, Intelligenz hin oder her, grundsätzlich Spott ausgesetzt. Kurz und gut: weder eine zu schöne noch eine nicht schön genuge Frau kann nach patriarchaler Logik Karriere machen.
Wenn nun ein Hollywood-Sternchen mit seiner Schönheit berühmt wird - ist es wichtig, ob sie nun intelligent ist oder nicht (ganz abgesehen von der Messbarkeit solch einer fragwürdigen Kategorie...)? Fühle ich mich selbst wirklich besser, wenn ich die Figur einer Freundin oder Passantin negativ kommentiere? Mich erinnert das so sehr an die grausamen Zeiten, als wir, damals noch eher Mädchen denn Frauen, über diese oder jene ablästerten, genau wissend, was passiert, wenn wir selbst den Raum verlassen. Als tuschelnde Mädchengruppen im Schwimmbad auf die Blondine zeigten, die die meisten Jungs begehrten und es IHR übelnahmen und deshalb ihre 'Gazellenbeine' zu 'Stelzenbeinen' runterlästerten.
Wieviel Schwäche und Unsicherheit liegt in so einem Verhalten! Es zeigt doch nur, wie sehr Frauen die patriarchale Logik verinnerlicht haben, wie sehr sie sich dessen 'Teile-und-herrsche'-Prinzip unterwerfen und sich untereinander entsolidarisieren. Wie sehr sie selbst die Schönheitsmaßstäbe anlegen, die sie vorgeblich ablehnen - sonst müsste man sich ja nicht von den Frauen bedroht fühlen, die allgemein (!) als schön im Sinne des herrschenden Schönheitsideals gelten. Ich gebe zu, ich freue mich, wenn ich in einem Film solch schöne Frauen sehe. Ich kann auch Frauen sehr erotisch finden (mein Favorite ist grade Scarlett Johannson), und ebenso wie bei einem Mann kann das unabhängig davon sein, ob die Frau nun 'schöner' als ich in irgendeiner imaginierten Schönheitshierarchie ist (auf normal: "in einer anderen Liga spielt"). Auf der anderen Seite gibt es Frauen, die ich zwar als Frau nicht begehre, wo ich aber denke, dass ich so selbst gerne aussehen würde, einfach als Frauentyp (gerade: Hatice Aslan aus dem Film 'Drei Affen'). Ohne mich nun jeden Tag darüber zu grämen, dass ich das nicht tue. Mehr als Stil-Inspiration.
Wenn eine Freundin oder eine Passantin längere Beine oder einen flacheren Bauch hat, finde ich das wiederum meistens einfach schön - that's it. Wenn eine Fee mit ihren berühmten drei Wünschen kommen würde, hätte ich auch gerne diese Beine. Ohne die Fee geht es mir aber auch gut. Ich hab ja was anderes Schönes an mir, halt nicht diese Beine. Bis die Fee kommt, schaue ich auf die Beine der schönen Frau, einfach nur, weil ich sie schön finde.
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LaMadame
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Sonntag, 7. Dezember 2008
Intellektuelle essen lieber Zartbitterschokolade, am besten mit Orangenschaleraspeln oder Himalajasalz oder Rosenblüten. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist, vermutlich weil die Verpackungen schon intellektueller aussehen, viel Schwarz und Gold, eben tiefgründig. Und weil die wenigsten Prolls wissen, wonach um Gottes Willen Himalaja schmeckt. Ein Grund mehr für die Intellektuellen, sich die Salzschokolade zu kaufen. Schnöde Abgrenzung (boundaries!) vom Volke und dessen lila Einkäufen. An dieser Stelle jedoch ein Plädoyer für 'Dumm fickt gut.': Es lebe die Vollmilchschokolade!!!
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LaMadame
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Mittwoch, 3. Dezember 2008
So isses, wenn man wieder zurück aus New York im richtigen Ghetto ist - home sweet home :)
"Voll besoffen torkeln wir Winterfeldtplatz, da wo ich die Opfer schon als Kind geschellt hab. (...) Mein Schulweg war voll mit Nutten und Fixern, skrupellosen Dealern, die H im Park vertickten. Andere in unserem Alter spielten noch mit Playmobil, doch unsereiner machte schon mit 13 Jagd auf Pädophile. (...) Freier und Switches umgeben von Spannern geiern auf die Bitches aufm Weg ins Havanna. Ein Tag mehr in da hood... Man kann einen Straßenjungen ausm Ghetto holen, aber nicht das Ghetto ausm Straßenjungen - schließlich kann man auch nen Bauern ausm Dorf holen, aber nicht das Dorf ausm Bauern. Ihr wisst, was ich meine (...)"
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Heute sah ich in der Umkleidekabine des Fitnessstudios das erste Mal eine nackte magersüchtige Frau. Trotz (oder wegen?) der Muskeln ein grausamer Anblick.
Ladies, lasst uns Sahnetorten essen und Caipirinha trinken, auf dass unsere wunderschönen Kurven im Kerzenschein schimmern, statt dass Rippen-und Schlüsselbeinknochen Schatten auf unsere fahle Haut werfen!
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LaMadame
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Montag, 1. Dezember 2008
Meine externe Festplatte gluckert, als hätte sie zu viel Wasser getrunken. Voll süß...
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LaMadame
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Meine Teepackung überfordert mich. Yogi Tee, Schoko, Aztec Spice. Das klingt schon so esoterisch, dass es ein guter Grund wäre, den Tee nicht zu kaufen. Doch da die drei Damen neben mir eine nach der anderen schnell ins Regal griffen, um eine der letzten Packungen zu ergattern, packte mich der Panik-ich-will-das-auch!-Reflex. Ich bin da einfach gestrickt - wenn das den meisten gefällt/schmeckt/usw., dann gilt das für mich meistens auch. Wie bei Harry Potter, aber das ist eine andere Geschichte.
Eben öffnete ich nun die Teepackung, um zu schauen, ob sich der Kauf auch gelohnt hat (Esoterik kostet...). Auf der Suche nach irgendwelchen Angaben, ob man nun kochendes oder nur heißes Wasser nehmen soll, wie lange ziehen und überhaupt, las ich mich in der Teepackung fest.
Im Innendeckel wird mir erst einmal eine Einführung in 'Ayurveda das Wissen vom Leben' gegeben, die schon mit einem bedeutungsschwangeren Satz beginnt: "Der geistige Ansatz des Ayurveda umfasst den ganzen Menschen in allen seinen körperlichen, geistigen und seelischen Aspekten." Dann wird über das natürliche Gleichgewicht philosophiert, und fasziniert lese ich, dass in jedem Menschen die Grundbausteine des Universums (Tattwas) in unterschiedlicher Weise vertreten sind. Nach einer kurzen Abhandlung über Rishnis, Yogis und Brahmanen hab ich die Hälfte des Innendeckels durchgearbeitet. Ich entschließe mich, die andere Hälfte über ayurvedische Kräuterrezepte zu überspringen, schließlich möchte ich in einer Stunde Gilmore Girls gucken.
Auf der inneren Rückseite entdecke ich, als ich einen Teebeutel entnehme, einen Bericht über ein 'Gespräch mit einem Orangen-Deva', das laut Literaturangabe (!) im Mai 1968 stattgefunden hat. Ich glaube, ein Deva ist sowas wie ein Elf oder so. Jedenfalls sehr poetisch: "(...) Leben ist überschäumende Freude; jeder kleine Biss in ein Blatt, den eine Raupe tut, wird mit mehr Genuss getan, als wir das manchmal bei euch fühlen können - und eine Raupe hat nicht viel Bewusstsein. (...)" Ich mag Raupen.
Im Boden der Packung gibt es eine Einführung in ayurvedischen Bioanbau, viel von Pestiziden und Schwermetallen zu lesen. Traurig, das alles, Schöpfung kaputt und so. Aber die Erwähnung des vulkanischen Regenwalds Sumatras weckt in mir kurz das Fernweh, ich träume von Palmen und Meer. Trotzdem, die Raupe war mir lieber. Aber wo find ich jetzt die Zubereitungsvorschläge?
Außen auf der Packung erfahre ich im Zuge meiner Suche etwas über einen gewissen Yogi Bhajan, der wohl den Yogi Tee erfunden oder zumindest populär gemacht hat. Unter der Überschrift 'Serving your Spirit' wird die Story historisch eingebettet, vorbildliche Wissenschaft. Kontextualisierung ist entscheidend für einen differenzierten Blick. 1969 kam besagter Yogi (also ein Jahr nach dem Raupendialog) wohl als Kundalini-Yogameister in den Westen, ab den frühen 1970er Jahren wurde der Yogi Tee bereits in den 'vegetarischen Golden Temple-Restaurants' in ganz Europa serviert, ab 1974 gab es den Tee dann in Naturkostläden zu kaufen, der großen Nachfrage wegen. Klar, die Hippies mochten das bestimmt.
Yoga scheint für den Tee übrigens wichtig zu sein. Und deshalb findet sich auf der rechten Außenseite dann auch eine 'Yogaübung zur Bewusstwerdung (Gurprasad)', mit Bildchen und Anleitung: "(...) Atme lang und tief. Fühle, wie sich die Schale mit den Gaben des Universums 'füllt' und wie reich du beschenkt wirst. (...)" Wohl als Tribut an amerikanische Rechtsanwälte dann noch 'Bitte fragen Sie Ihren Arzt, ob diese Übung für Sie geeignet ist.' Ich finde es gut, dass auch Teeproduzenten sich um das körperliche und seelische Gleichgewicht der Käufer Gedanken machen. Weiter so.
Mein Blick gleitet über eine Information über die umweltfreundliche Herstellungsweise der Teebeutel und der Verpackung, über die anderen Sorten Yogi Tee, und ich denke, nun bin ich durch. Weit gefehlt - die Unterseite! Oh, da geht es um die Azteken und 'Xocoatl' als ihr 'Göttergetränk'. Schön, ich dachte immer, die hätten nur Menschenblut zu sich genommen. Hier werden die Azteken aber als echt nett dargestellt - Leute, die Vanille und Zimt mit Schoki mischen, klingen für mich sehr umgänglich. Und das alles mit Federschmuck, oder? Fast wie die Hippies, der Kreis schließt sich.
Und ich freue mich, dass ich nun wohl voll 'in' bin, denn die Packung teilt mir überdem noch mit, dass das Getränk ein 'echter Insider-Tipp sei, fast ein Kultobjekt für die, die ihn kennen und lieben gelernt haben: Schoki's best drink.' Ich finde, die Anglizismen sollten sie weglassen, ich möchte auf Yogi Tee-Packungen nur Sanskrit lernen. Oder Lebensweisheiten für den Tag bekommen, quasi eine Teepackung als Glückskeks. Hier finde ich etwas von George B. Shaw: "Frage die Wirklichkeit nicht 'warum?', frage deine Träume 'warum nicht?' ". Ooooh, das war jetzt aber schön... Ergriffen greife ich zum Wasserkocher, nachdem ich nun, eine halbe Stunde später, auf der Innenlasche links etwas über kochendes Wasser und 7 Minuten gefunden habe.
Noch habe ich mich nicht entschieden, ob ich den heutigen Einkauf als wahre Bereicherung in meinem Konsumleben sehen soll (= unterstützenswert = wieder kaufen) , oder ob ich, sobald es den Tee bei PLUS oder LIDL gibt, mir die Billigvariante ohne Text und Fußnoten hole. Ist ja langweilig, immer dasselbe Buch zu lesen...
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Sonntag, 30. November 2008
eigentlich sollte man das wort 'eigentlich' aus beziehungsdiskussionen streichen
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U7, Berliner Fenster: 'Was war Ihr Höhepunkt 2008?' Die Fragen der BVG werden immer persönlicher...
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Freitag, 28. November 2008
Wie am Wochenende. Nur nicht ganz so voll. Und nicht ganz so spät. Wegen der Nachtbusse. Aber die Stimmung ist ähnlich. Es ist nach Mitternacht, und die Tram, die durch Friedrichshain fährt, ist voller Menschen, die sich selbst zwischen 20 und 35 fühlen. Alle ein bißchen alternativ, aber doch gekonnt gestylt (es geht hier nicht um Geschmacksfragen, nur um Stringenz....).
Dasselbe Bild in der U1 durch Kreuzberg. Viele haben eine Bierflasche in der Hand. Also auch Donnerstag nachts. Naja, morgen ist Freitag, gewissermaßen Wochenende. Wobei ich mir sicher bin, das Bild wäre ähnlich am Dienstag oder Mittwoch abend. Früher hat mich das wahnsinnig genervt. Dieses Pseudo-Gepose. Aber dann fahrt mal nach Süddeutschland, seid nachts um die Uhrzeit unter der Woche unterwegs! Pah, dann wisst ihr, was ihr an Berlin habt.
Am Kottbusser Tor stiegen, wenn ich mich recht erinnere, vor ein, zwei Jahren noch nur die aus, die neudeutsch als Prekariat bezeichnet werden. Mit und ohne Migrationshintergrund, aber schon irgendwie anders als der studentische Punkschick noch am Görlitzer Bahnhof. Heute nun steigen eben die akademischen dreadlockigen Nachwuchsbildungsbürger am Kotti aus. Ich sehe keine einzige 'prekär' wirkende Gestalt unter den Massen, die sich auf die Rolltreppe schieben. Zumindest dann, wenn man eben ganz unsüddeutsch nächtliche Bierflaschen in der Öffentlichkeit nicht als Hinweis auf 'prekäre' Zustände deutet.
Auch diese Verschiebung in der Bevölkerungsstruktur (und ich gehe davon aus, dass Leute, die unter der Woche um halb eins nachts irgendwo aussteigen, dort oft auch wohnen, oder? Oder sind die noch beim Partyhopping?!) hätte mich vor einer Weile noch genervt - Gentrification-Alarm! Inzwischen rege ich mich nimmer auf. Ich gehöre zu den Leuten, die von Gentrification prinzipiell profitieren. Punkt. Alle, die nicht meiner Meinung sind, mögen sich bitte in ihren parkett-und stucklastigen renovierten Altbaupalästen Neuköllns über meine Arroganz aufregen. Immer noch besser, als gleich die Polizei zu rufen, weil ein kleiner Pimp vor ihrer Haustür zu laut Handyklingeltöne ausprobiert und damit Klein-Friedhelm weckt....
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Sonntag, 23. November 2008
Ist man erwachsen, wenn man sich den Schwarztee nach Sorte bestellt?
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Freitag, 21. November 2008
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* Mit Laufmasche * und Tote Hosen * hörend * durch den Schneeregen stapfen rockt. * * + * + * * *
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LaMadame
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Bastelstunde: Wir bauen uns einen Dissertationstitel oder Kitchen Poetry für Akademikerparties....
post - urban - experience - intra - mediating - modernity - imagined - neo - opposite - structure - para - border -stereotypes - communication - enabling - mis - reclaiming - pro - spiritual - authenticity - codex - krypto - migrant - epistemological -
decoding - negotiating - dialectic - essentialism - setting - othering - space - pre - discursive - with - ethnic - positioning - orthodox - mythological - suggesting - new - ethical - shift - penetrating - anti - alternate - posteriority - polyvalent - neuro - productive - physical - educative - understanding - transparent - stipulating - ana - scriptural - conditioned - heterodox - strategy - moral - Butler - institutionalist - governance - antagonistic - quantitative - ex- sexuality - subtext - critical - hierarchy - reformist - complex - paradigmatic - meta - divergence - classical - reading - universality - inter - colonial - metropolitan - evaluating - immanent - assumed - dialogue- generating - Habermasian - social - polemic - field - cultural - of - master - total - defining -construction - virtualized - connectivity - dependence - contesting - inclusion- homogeneous- hermeneutic - source - organization - polysemic - antagonism - mortal - Luhmann - system - para - actors - negative - revolutionary - extra - intertextuality - essentialist - hierarchical - paradigm - critique - divergent - - shared - emic - referentiality - simplistic - spatial - self - relational - engaging - permissive - paleo - moderate - transfer - including - approach - conservative - heterogeneous - society - qualitative - concerning - performativity - out - colloquial - participation - authoritative - hypothesis - constructed -interpretative - off - progressive - promoting - dissent - shifting - imperialism - subverting - influencing - converting - narrating - allocating - Lacan - definition - orientalist - diverse - research - popular - utopia - hybrid - gap - progress - passivity - alternative - ego - neglecting - turco - symmetry - changing - conflicting - active - communicative - disabling - constitutional - authentic - stereotypical - unveiling -
- economic - versus - Hegelian - based - virtuality - relation - hegemonic - metro - modern -
analysis - hegemony - pretended - normativity - challenged - auto - Kantian - searching -
substitution - ruling - about - practical - political - discourse - synthesis - parallel - glocal - over - homo - cross-cut - equality - hyper - investigative - vision - hybridity - mentality - multiple - identification - instrumentalized - illusionary - exegesis - poly - demarcation - ethno - cutting-edge - postulated - coherent - appropriation - myth - intrinsic - adherent
- locating - collective - for - marginalized - forced - boundaries - un - minority - franco - false - traditionalist - origins - tribal - notions - liberal - identity - performing - empowerment - authority - consensus - imperialist - role - personalizing - commercial - dominance - impact - difference - considerations - affirmative - passive - assuming - neutrality - convergence -
practice - sociological - personal - optional - memory - sexual - theory - subjective - pluralism - claiming - individuality - dis - subversion - intended - strategic - politics - informative - challenge - gender - dysfunctional - empowering - sensual - tradition - invented - qualifying - national - diversity - managing - native - equal - hypo - postulating - creative - dimensions -
to - totality - semi - arabo - reflexive - polarity - less - model - function - elitist - transitional -
- normative - casuality - values - global - excluding - substantial - under - coordinating - power - Geertzian - diachronic - nationalism - performance - synchronic - anthropological - multi - psychological - verification - balancing - inquiry - estimating - dilemma - accessability - proto - rhetorical - movements - clustering - theology - islamo - pondering - mental - symbol - navigating - classification - deconstructing - symbolism - unity - pan - temporary - representation - syncretistic - reflections - aesthetic - asymmetric - established -
meaning - disciplinarity - location - perspectivity - contested - images - translating - process -
heterogeneity - vital - Bourdieu - according - scientific - common - intentional - relative -
groups - trans - reflexivity - exclusion - transcendent - retro - option - collapse - individual
- masculinity - margins - shaping - religious - creation - involving - dominant - poetic - cyclic - entanglement - avantgarde - femininity - among - evolving - oppressed - domain - historicity -political - objectivity - historical - virtual - Gramscian - literal - mediating - functional - disentanglement - institution - subject - homogenity - absolute - decisive - institutionalization - passing - extensive - thinking - collaborating - pseudo - appropriated - illusion - literalistic - linearity - sensitive - common - oral - negating - counter - considering - activity - neutral -
- questioning - in - hetero - universal - mono - theoretical - overlapping - structuralist - methodological - inherent - Derrida - coherence - making - intensive - articulation - phobia - production - Foucaultian - arguing - re - pluralistic - narrative - constructivist - liminal - intention - per - confirming - externalization - western - philo - complexivity - positivist - linguistic - symbolic - deconstructivist - naturalist - representing - conditioned - cosmopolitan - major
decoding - negotiating - dialectic - essentialism - setting - othering - space - pre - discursive - with - ethnic - positioning - orthodox - mythological - suggesting - new - ethical - shift - penetrating - anti - alternate - posteriority - polyvalent - neuro - productive - physical - educative - understanding - transparent - stipulating - ana - scriptural - conditioned - heterodox - strategy - moral - Butler - institutionalist - governance - antagonistic - quantitative - ex- sexuality - subtext - critical - hierarchy - reformist - complex - paradigmatic - meta - divergence - classical - reading - universality - inter - colonial - metropolitan - evaluating - immanent - assumed - dialogue- generating - Habermasian - social - polemic - field - cultural - of - master - total - defining -construction - virtualized - connectivity - dependence - contesting - inclusion- homogeneous- hermeneutic - source - organization - polysemic - antagonism - mortal - Luhmann - system - para - actors - negative - revolutionary - extra - intertextuality - essentialist - hierarchical - paradigm - critique - divergent - - shared - emic - referentiality - simplistic - spatial - self - relational - engaging - permissive - paleo - moderate - transfer - including - approach - conservative - heterogeneous - society - qualitative - concerning - performativity - out - colloquial - participation - authoritative - hypothesis - constructed -interpretative - off - progressive - promoting - dissent - shifting - imperialism - subverting - influencing - converting - narrating - allocating - Lacan - definition - orientalist - diverse - research - popular - utopia - hybrid - gap - progress - passivity - alternative - ego - neglecting - turco - symmetry - changing - conflicting - active - communicative - disabling - constitutional - authentic - stereotypical - unveiling -
- economic - versus - Hegelian - based - virtuality - relation - hegemonic - metro - modern -
analysis - hegemony - pretended - normativity - challenged - auto - Kantian - searching -
substitution - ruling - about - practical - political - discourse - synthesis - parallel - glocal - over - homo - cross-cut - equality - hyper - investigative - vision - hybridity - mentality - multiple - identification - instrumentalized - illusionary - exegesis - poly - demarcation - ethno - cutting-edge - postulated - coherent - appropriation - myth - intrinsic - adherent
- locating - collective - for - marginalized - forced - boundaries - un - minority - franco - false - traditionalist - origins - tribal - notions - liberal - identity - performing - empowerment - authority - consensus - imperialist - role - personalizing - commercial - dominance - impact - difference - considerations - affirmative - passive - assuming - neutrality - convergence -
practice - sociological - personal - optional - memory - sexual - theory - subjective - pluralism - claiming - individuality - dis - subversion - intended - strategic - politics - informative - challenge - gender - dysfunctional - empowering - sensual - tradition - invented - qualifying - national - diversity - managing - native - equal - hypo - postulating - creative - dimensions -
to - totality - semi - arabo - reflexive - polarity - less - model - function - elitist - transitional -
- normative - casuality - values - global - excluding - substantial - under - coordinating - power - Geertzian - diachronic - nationalism - performance - synchronic - anthropological - multi - psychological - verification - balancing - inquiry - estimating - dilemma - accessability - proto - rhetorical - movements - clustering - theology - islamo - pondering - mental - symbol - navigating - classification - deconstructing - symbolism - unity - pan - temporary - representation - syncretistic - reflections - aesthetic - asymmetric - established -
meaning - disciplinarity - location - perspectivity - contested - images - translating - process -
heterogeneity - vital - Bourdieu - according - scientific - common - intentional - relative -
groups - trans - reflexivity - exclusion - transcendent - retro - option - collapse - individual
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Donnerstag, 20. November 2008
Sonntag, 16. November 2008
Ich habe ein unglaublich emotionales Verhältnis zu Amerika. Szenen aus der amerikanischen Geschichte bringen mich schneller an den Rand des Losheulens vor Rührung oder Fassungslosigkeit, als ich es je bei deutscher oder anderer Geschichte erlebt habe. (War das jetzt politisch inkorrekt...?) Woher das kommt - keine Ahnung. Ich habe als Kind viel 'Fackeln im Sturm' geguckt, da fing es an. Aber ob es der eigentliche Auslöser war? Wer weiß, was ich schon im vorbewussten Kindesalter alles gucken durfte...
Bevor ich Anfang 2008 für ein paar Monate nach New York ging, hatte ich ein wenig Angst, dass diejenigen Recht haben würden, die mich vor einer bisherigen kompletten Idealisierung und der damit notwendigerweise folgenden Ernüchterung gewarnt hatten. Obwohl ich nie das Gefühl hatte, Amerika übermäßig zu idealisieren - es hatte mehr was mit Empathie zu tun, die oft eben zu Fassungslosigkeit führte über ein Land, das in solch einer inneren Spannung von Anspruch und Wirklichkeit lebt.
Als ich dann dort war - schwierig zu beschreiben. Es wirkte alles unglaublich vertraut, von Anfang an und in jeder Hinsicht. Das kann man auch nicht mit meinem reichlichen Konsum von US-Serien und -Filmen erklären. Jedenfalls war New York wirklich zuhause für mich, mehr als jede andere Stadt, abgesehen natürlich von Berlin.
Nun gibt es einen neuen Präsidenten, den alle, die ich auf dieser und der anderen Seite des Atlantiks kenne, sich gewünscht hatten. Manche mehr, manche weniger enthusiastisch. Komischerweise bilde ich mir ein, sogar zu den weniger enthusiastischen zu gehören. Weil mir vielleicht der Spielraum, den Obama hat, deutlicher bewusst ist. Nein, sogar noch radikaler: weil ich glaube, dass die Welt in ihn Wünsche reinprojeziert, die für ihn nicht nur schwierig sein könnten umzusetzen, nein, sondern Wünsche, die er selbst gar nicht hat. Er ist so viel amerikanischer (im alteuropäischen Wortsinne), als viele es sich hier (alp-)träumen lassen. Man lese nur mal was zu seiner Einstellung zur Todesstrafe... Dennoch bin ich froh, dass er es wurde und nicht der alte traumatisierte Veteran.
Erstaunlich finde ich, wie schnell sich die Medien hier auf die neue pro-amerikanische Symbolik eingeschossen haben. Plötzlich steht die US-Flagge wieder für den American Dream statt für den Größenwahn des G.W. Bush, Imperialismus und Abu Ghraib. Selbst eine meiner wahrhaft anti-amerikanischen amerikanischen Freundinnen aus New York ist nun, wie sie mir gerade schrieb, das erste Mal in ihrem Leben stolz, Amerikanerin zu sein und diese Flagge zu sehen, mit sich zu identifizieren.
Für mich war diese Flagge immer widersprüchlich, wie der manifestierte Beweis dieser Kluft von Anspruch und Realität. Und damit eben unglaublich emotional beladen. Eben hab ich mir meine Fotos aus New York angesehen, die Flagge ist auf vielen von ihnen drauf. Weil ich alles, was mit Religion zu tun hat, fotografiert habe. Die Flagge gehört eindeutig dazu. Jetzt schaue ich mir die Bilder an und versuche, in mich reinzuhören, ob sich in den letzten Wochen was verändert hat, ob ich die Fotos anders sehe. Irgendwie nicht. Heißt das, dass ich mich über den neuen Präsidenten nicht genug freue, die 'Erlösung', oder ob ich tief in mir nie geglaubt habe, dass Bush und co. ernsthaft dem etwas anhaben können, wofür Amerika steht, dass es einfach nie schlimm genug war? Vielleicht ist es mit der Flagge ein wenig wie mit dem Yin-und-Yang-Zeichen: es war und ist immer ein bißchen Bush drin, immer ein bißchen Obama. (Und viel weniger Alt-Europa, als viele grad zu sehen vermeinen. )
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heimfahrt
regnet es jetzt doch ja alles ist nass draussen aber egal irgendwann muss ich eh fahren ist noch weit nach schöneberg eigentlich hab ich nen tick zu viel prosecco getrunken aber da es jetzt ja regnet und es eh ganz schön kühl ist bin ich dann nachher erstmal wieder frisch und schlaf besser vielleicht geh ich dann morgen sogar ins fitnesstudio wobei am sonntag einfach mal im bett zu bleiben ja auch ganz schön ist aber jetzt erstmal heim eigentlich ist friedrichshain in manchen ecken doch echt schmuck gentrification sieht man hier schon krass mit zu viel prosecco fahrrad fahren ist eh viel besser weil ich dann in wirklichkeit so langsam bin wie die taxifahrer immer glauben ansonsten wär der mir jetzt doch grad voll reingecrasht wäre voll ärgerlich gewesen schließlich hab ich den totalschaden am rad grad erst reparieren lassen und mein knie ist immer noch ganz blau und grün wahnsinn wieviele leute nachts noch in kreuzberg rumlaufen aber immer aufm radweg da kann ich ja nur auf der straße fahren auch wenn das gefährlich ist am samstag abend sindse doch alle betrunken nasses laub aufm radweg ist aber auch tricky also egal eigentlich schön dass die straßenlaternen alle orange sind warum eigentlich und nicht weiß viel gemütlicher und fast wie paris wenn ich jetzt dran denke wie viele leute hier an sommerabenden am kanal sitzen mit ihren bongos berlin ist schon so pseudo-alternativ schön isses dennoch und das casolare hat eh die besten pizzen oder pizzas oder was pizze sagt doch kein mensch ist wie cappuccini sind wir in mitte oder was ich bin schneller als der neben mir aufm radweg wehe der schneidet mich gleich kreuzberg ist halt doch nicht kreuzberg in 36 tobt noch das leben in 61 schlafen schon alle seit wann ham die denn so eine riesen mega glitzer postfiliale aber warum es in 36 jetzt ne biocompany gibt gleich neben der mevlana-moschee und der autowerkstatt vielleicht ist berlin ein einziges gentrification-projekt ich kann freihändig fahren obwohl es echt windig ist und der prosecco und spät isses auch sehr spät aber wenig leute hier die freikirche steht immer noch warum eigentlich das religionsrevival ist doch schon wieder vorbei bush ist tot wobei der alex sieht von der brücke aus hier schön aus sogar wenn die sonne grad weder auf-noch untergeht ich bin voll nass obwohl es doch nur nieselt aber das macht fit und schöne locken und soll ja auch gut für die haut sein schreiben die frauenzeitschriften große regenschirme sehen aber trotzdem voll feminin aus die beiden frauen am straßenrand wirken total nach london mit den großen schwarzen schirmen kann ich nun das kopfsteinpflaster mit vollem tempo bergabwärts rattern obwohl da rechts vor links ist naja statistisch hab ich meinen unfall für dieses jahr schon hinter mir wenn es so dunkel ist sieht keiner dass mir jeder windstoß den rock hochweht in strumpfhosen hat man eh mehr beinfreiheit meine straße ist ja fast trocken es regnet mal wieder nur im osten hm gott bin ich müde gute nacht
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