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Freitag, 21. August 2009


Das Begehren, Frauen feministische Inhalte einzuflößen, sei doch nur ein sublimierter aggressiver Penetrationswunsch, sagte er. Wir bestellten noch einen Kaffee. Die Wespen nervten. #berliner-frühstücksgespräche

Mittwoch, 5. August 2009

Berliner Sommerdrama

Donnerstag, 25. Juni 2009

In der heutigen Zeit ist es manchmal nicht leicht, ein Mann zu sein. Zumindest glaube ich das. Schließlich bin ich keiner. Aber sogar mir fällt auf, dass es immer wieder Situationen gibt, in denen ich mich als Frau bevorzugt fühle. Heutiges Beispiel: das Fitness-Studio meines Vertrauens, eigentlich eher eine Wellness-Oase mit angeschlossenem Trainingsbereich.

Im Untergeschoss gibt es einen traumhaften Saunabereich. Vorne, wo Swimmingpool und Whirlpool sind, werden die Besucher noch höflich dazu angehalten, doch bitte Badekleidung zu tragen. Hinter der Glastür herrscht jedoch die totale Nacktheit. In der Biosauna liegt man, ausgestrahlt durch helles farbiges Licht, das angeblich Wohlbefinden auslösen soll, aber eigentlich eher nach Kühlschrankleuchte aussieht, auf dem Präsentierteller, während man schwitzt. Die finnische Sauna ist dunkel und holzig, wie man es kennt. Zwar muss man beim Rein-und Rausgehen durchaus über fremde Brüste, Hintern und sonstige Körperteile klettern. Aber liegt man erst einmal im Dunkeln auf seinem Handtuch, kann man abschalten - natürlich nur, bis jemand über die eigenen Brüste klettert und man tiefe Einblicke in den Körper des Mitsaunierenden erhält. 

Im Hamam, dem Dampfbad, könnte man sich nicht einmal mehr theoretisch in sein Handtuch hüllen (so wie man es züchtigen Saunaprospekten kennt - würde man das jedoch wirklich machen, gälte man als pathologisch verklemmt) - es ist so tropfnaß in dieser dunklen Höhle, dass Nacktheit zwangsläufig scheint. Dort hat man die Wahl, ob man sich lang ausgestreckt auf dem heißen Stein in der Mitte ausbreitet (und damit viel Platz hat, aber auch beobachtet werden kann), oder ob man sich lieber auf die schmalen Steinsitze an der Seite des runden Raumes entlang setzt (und damit Ausblick auf den jeweiligen Luxuskörper, der sich grad in der Mitte räkelt). 

Neben den drei 'heißen' Räumen gibt es Kneippbecken, Tauchbecken, Duschen, warme gekachelte Liegen. In diesem ganzen Saunabereich laufen die Leute nackt herum. Und es ist hier viel angenehmer, eine Frau zu sein. Nicht nur, dass die meisten Männer aus Höflichkeit (oder Angst?) einem mehr Platz auf den Liegen einräumen und sich nicht neben einen quetschen. Nein, denn ich habe die Wahl. In der heutigen Zeit gilt Wahl, auf obama: choice, ja als der Maßstab jeder Freiheit des modernen Individuums. Ich als Frau habe die Wahl, auch oben im ersten Stock in die separate Frauensauna zu gehen. Die ist zwar kleiner und spartanischer, aber es gibt sie. Wenn ich nicht unten in der gemischten Sauna duschen möchte, gehe ich nach oben zu den Frauen. 

Aber die armen Männer. Wollen sie saunieren, müssen sie das wohl oder übel unter der Beobachtung sex-and-the-city-geschulter Frauenblicke. Hintern, Sixpacks oder Waschbärbäuche, alles wird abgecheckt. Besonders lustiges Beispiel ist das Duschen: drei Duschkabinen, aber alle nur durch Glasscheiben getrennt. Wenn ich mich als Frau entscheide, dort zu duschen, Haare zu waschen, mich in Ruhe abzutrocknen, wird es klar, wie verwirrt und verängstigt der moderne Mann doch eigentlich ist. Einerseits bemühen sich die meisten Männer, explizit NICHT zu mir zu schauen, wissen sie doch, dass dies von mir missbilligt werden könnte. Gar nicht gucken geht allerdings nicht, wenn man sich auf so engem Raum befindet. Das noch größere (oder kleinere...) Problem stellt sich den Männern jedoch in ihrer eigenen Positionierung unter der Dusche: meist drehen sie mir erst einmal den Rücken zu. Dann wird ihnen, so glaube ich, bewusst, dass ich nun schön in Ruhe auf ihren Po gucken kann. Also drehen sie sich abrupt um. Und merken, dass das auch nicht besser ist. Die Hände wandern vor den Schoß, fast schüchtern. Kopf nach vorne gebeugt, damit sie auf ihre Füße starren können. Wenn ich anfange zu lächeln, hauen sie ab. Sie wissen ja nicht, worauf es sich bezieht. Ja, es ist nicht leicht, heutzutage ein Mann zu sein.....Ist die Gleichberechtigung nun eher vollendet, wenn man die Frauensauna schließt oder wenn man den Männern eigene Schwitzräume für ihre mehr oder weniger ansehnlichen Bodies einrichtet? Feminismus ist ja so kompliziert.....

Mittwoch, 3. Juni 2009

Die eine sagt: "Ich wollte früher immer Meteoritin werden."
Die andere sagt: "Dann könntest du dir einen Meteoriten mit einem langen Schweif suchen."
Die dritte fragt: "War dann der Urknall nichts anderes als zwei fickende Meteoriten?"

Wer glaubt, Sozialwissenschaftlerinnen könnten abends keine tiefgründigen naturwissenschaftlichen Gespräche führen, irrt offenkundig. 


Mittwoch, 6. Mai 2009

Die Röhrenjeans war zugegebenermaßen sehr eng. Während sie leicht lispelnd am Handy mit 'Schatzi' war, zog sich die kleine Blondine in der Umkleidekabine des Fitnessstudios an. Sie hatte eine sehr sportliche Figur, kein Gramm Fett, das die Röhrenjeans zum Überlaufen gebracht hätte. Sähe ja auch nicht schön aus, wenn die Jeans nachher kneift. Dennoch glaube ich, dass zumindest ein kleiner Stringtanga noch drunter gepasst hätte. 

Donnerstag, 25. September 2008

Going pink - Dramen des Alltags

Es wäre sexistisch zu behaupten, man müsse eine Frau sein, um zu verstehen, welch Drama sich am heutigen Abend abspielte. Nur dank der vorangegangenen Hamam-Session war ich zu schwummrig im Kopf, um nicht sofort auszurasten, als der Reißverschluss meines linken Stiefels kaputtging. Also saß ich halb angezogen in der Umkleidekabine des Fitness-Studios und überlegte, wie ich nach Hause kommen sollte. Okay, ich gebe zu, dass es nur 3min Heimweg sind. Und dass es schon dunkel war. Und dass ich noch meine Sportschuhe dabei hatte. Aaaaaber: Ausgerechnet heute trug ich einen knielangen grauen Tweedrock. Hautfarbene Strumpfhosen. Was ja eigentlich schon mal gar nicht geht - es sei denn, man hat schöne braune Lederstiefel, die fast bis an den Rocksaum reichen. Dann passt es wunderbar zu einem sonnigen, kühlen, aber noch nicht kalten Herbsttag. Wie heute. Meine Sportschuhe sind pink. Sehr pink. Und eben Sportschuhe. Ich finde, nur wenige Frauen können es sich leisten, Turnschuhe zu Röcken zu tragen - macht nun mal Stumpenbeine. Hätte ich wenigstens eine schwarze!!! Strumpfhose an. Nun, an dieser Stelle dachte ich, zugegebenermaßen nur kurz, an andere Dramen. Wie sich das als p.c.-Gutmensch gehört: weltweiten Hunger, Kriege und Giftmüll. Aber mit Dramen ist es wie mit der Wahrheit - alles relativ, immer schön kontextualisieren. Als Frau von Welt habe ich mich dann - nachdem ich die Möglichkeit verworfen hatte, mit meinen rosa Flipflops durch die Nobeleingangshalle zu stapfen, wo gutgebaute Jungs jetzt beim Vitamincocktail sitzen würden - entschieden, kein Opfer zu sein. Also die pinkfarbenen Turnschuhe. Zu dem Tweedrock und den hautfarbenen Strumpfhosen. Dann ein souveränes Gesicht aufsetzen und so tun, als trage man das jetzt so. Als mir jemand im Treppenhaus entgegenkommt, halte ich mir meinen großen schwarzen Rucksack direkt vor die Schienbeine. Beim Rausgehen auf die Straße hinten an die Waden. Total souverän, na bitte schön.

Übrigens blogge ich heute zum ersten Mal in meinem Leben. Ich dachte immer, der erste Eintrag müsste Substanz haben, Tiefgang. Ich bin froh, dass mir das so glänzend gelungen ist.