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Dienstag, 27. Juli 2010
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Freitag, 5. März 2010
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Freitag, 12. Februar 2010
Berliner Klowände und der Feminismus....
Wirklich verblüfft war ich jedoch über einen Aufkleber, der momentan in allen Damentoiletten der FU Berlin zu finden ist: freie Tampons, Binden, Mooncups und Schwämme für alle, gefordert von der "queerfeministischen frauen-lesben-trans-liste fu berlin". Wow. Ich sinniere über zentrale Tamponausgabestellen in allen Rathäusern, über Klagen vorm Bundesverfassungsgericht, wo Frauen ihren Rechtsanspruch auf kostenlose Körperhygieneartikel einklagen. Über Männer, die sich diskriminiert fühlen, weil sie ihren Rasierschaum nicht auch mit Märkchen am Schalter abholen dürfen und deshalb in Talkshows die binäre Geschlechterordnung grundsätzlich in Frage stellen.
Oder sollen Männer auch Zugang zu Tampons kriegen? Die Liste möchte das ja für 'ALLE', wie sie schreibt. In dem momentan in den Kinos laufenden - und im übrigen phantastischen, sehr lustigen - norwegischen Film *Nord* wird vorgemacht, was die Herren der Schöpfung machen können, wenn sie zwar Tampons haben, es aber einfach nicht bluten will:
den Tampon in Wodka tunken, aufm Schädel eine kleine Stelle kahlrasieren, den betrunkenen Tampon drauf mit Klebeband festmachen. Sieht zwar blöd aus, soll aber Wunder wirken, besser als Kiffen und Alkohol trinken zusammen, sagen die Protagonisten.
(Ich erspare mir jetzt Fragen wie die, ob die queer-liste mit ihrer Forderung nicht den Jugendalkoholismus verharmlost...)
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Donnerstag, 17. Dezember 2009
Wie Zeitzeugen einer vergangenen Ära. Bush und Bin Laden als kongeniales Duo, die mittlerweile zu Comicfiguren im Stile von Ernie & Bert geronnen sind, denen man immer wieder in der Öffentlichkeit begegnet. Hier gleich zweimal am selben Tag.
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Montag, 26. Oktober 2009
Donnerstag, 24. September 2009
Montag, 21. September 2009
"Verpartnert". So heißt das bei Grüns also heutzutage. Als ich mich durch die Profile grüner KandidatInnen zur Bundestagswahl klicke, fällt mehreres auf: der Familienstand scheint zumindest in Baden-Württemberg wichtig zu sein. Dazu gehört die Zahl der Kinder, deren Geschlecht ebenso. Was fange ich mit der Information 'eine selbständige Tochter' bloß an?? 'Verheiratet' jedoch ist eine klare Kategorie, 'ledig' bisher auch, wenn auch eine unscharfe, da ja nur die Negation des Verheiratetseins. Manch einer ist laut Steckbrief dezidiert 'nicht verheiratet'. Also ledig. Aber es ist nicht klar, ob damit nun 'Single' gemeint ist. Oder eben....ja, was denn? Auf studivz und facebook wäre das entweder 'vergeben' oder 'Romanze' oder auch 'es ist kompliziert'. Wobei Single sein natürlich auch kompliziert sein könnte. Aber wir reden über die nicht verheirateten Nichtsingles. Was sind die dann, wenn wir uns jetzt längere Reflexionen über die verschwommene Grenze zwischen Single und allem anderen ersparen wollen? Nun ja, sie sind eben 'verpartnert'. Danke, liebe Grüne, wieder was fürs Leben gelernt.
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Sonntag, 20. September 2009
Freitag, 26. Juni 2009
Die Welt ist in Aufruhr. Sonderberichterstattung im Fernsehen. Panische Facebook-Meldungen. Fassungslose Kommentare dazu. Ja, das Leben ist grausam. Michael Jackson ist tot. Heute morgen wurde ich im Netz gleich mit der Fülle nekrologischer Betroffenheitsveröffentlichungen überschwemmt. Einige Leute posten seit gestern nacht im Fünfminutentakt Hymnen an MJ, wie er nun liebevoll-vertraut abgekürzt wird. In erschütterndem Pathos wird der 'boy who never knew the beauty of his own face' (Prof. Farah Jasmine Griffin) betrauert, das mit 'u go way deep' und 'wow, that's a big statement, bro' kommentiert wird. Bereits zwei meiner Facebook-Freunde haben Artikel mit angeschlossener Kondolenzseite verfasst, wo man seine 'Gedanken, Gefühle, Erinnerungen' hinterlassen soll.
Noch vor einigen Tagen beschrieb ich mein Missfallen an übermäßiger Laienberichterstattung zur Lage im Iran. Ich könnte mir vorstellen, dass ich dieses Missfallen mit den iranischen Systemträgern um Ahmadinejad teile. Von daher möchte ich meine Verschwörungstheorie des Tages präsentieren:
In erschreckend zutreffender Weise dachte sich der iranische Geheimdienst, dass die Welt sicher auf dem Kopf stehen wird, wenn dieser leicht pädophile und paranoide Glitzer-Zombie dahinscheiden wird. Also ließ er MJ um die Ecke bringen und freut sich nun, dass die Menschen und Medien dieser Welt für eine Weile von so unwichtigen Dingen wie schießenden Milizen in Teheran abgelenkt sind. Touché!
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Dienstag, 2. Juni 2009
Eigentlich kam ich nur zur Visite. Diesmal beim Oberguru-Doktor des Reha-Zentrums, ein freundlicher älterer Herr mit Hemd und Krawatte. Er guckte auf mein Knie, stellte ein paar Fragen, machte sich einige Notizen, freute sich über die gelungene Operation. All das in knapp fünf Minuten. Dann blickte er in meine Akte und wollte wissen, welches Fach ich denn studiere.
Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, welche Gesprächigkeit bei meinem Gegenüber ausgelöst wird, sobald es auf das Thema Islamwissenschaft kommt. Denn jeder hat dazu eine Meinung, wirklich jeder: türkische Nachbarn, Ehrenmorde, Palästina-Konflikt, Ägypten-Urlaube, Kopftücher. Es gibt ja so viel zu reden, nicht wahr?
In den folgenden 15 (!) Minuten handelten der Oberguru-Doktor und ich folgende Themen ab: Kann man die westlichen Islamwissenschaftler generell in zwei Lager einteilen, nämlich die totalen Beschöniger und die harschen Islamkritiker? Warum konvertieren Afroamerikaner zum Islam und was hat das mit der Protestantischen Ethik zu tun? Kann eine Religion per se (nicht-) rassistisch sein? Wir diskutierten den Unterschied zwischen slave societies (USA) und societies with slaves (arabische Welt) im Sinne Sherman Jacksons. Ein kurzer Schlenker zum Black Orientalism: ist der Islam qua seiner arabischen Prägung nicht auch inhärent rassistisch? Der Oberguru-Doktor warf die komplexe Frage nach der (Un-)Übersetzbarkeit des Koran aus dem Arabischen und die daraus resultierenden Implikationen (z.B. Arabozentrismus) auf. Darüber landeten wir bei der angeblichen Wissenschaftsfeindlichkeit des Islam, die der Oberguru-Doktor meint ausgemacht zu haben. Die Errungenschaften der islamischen Geschichte, so meinte er, seien doch alle auf konvertierte Juden zurückzuführen. Den hier eigentlich notwendigerweise anzuführenden Diskurs über strukturell antisemitische Stereotype ersparte ich uns. Dafür landete der Oberguru-Doktor jetzt bei der Tagespolitik: ist die Tatsache, dass sich die Palästinenser über jeden winzigen Erfolg über Gebühr freuen und diesen als Sieg uminterpretieren, nicht ein Zeichen für den dem Islam immanenten Willen zur Eroberung? Eine Religion des Kampfes? Ich problematisierte die Schwierigkeit essentialistischer Islam-Bilder, die es ja durchaus auch von muslimischer Seite gebe, um dann mit dem Oberguru-Doktor auszudiskutieren, wie wahrscheinlich eine 'Reform von innen' ist, die er als notwendig anmahnte. Darüber kamen wir nun zu Legitimationsstrategien dieser sogenannten Reformer und deren möglichen Chancen bzw. Grenzen, um in einem versöhnlichen 'mal sehen, was die Zukunft bringt' zu enden.
Denn inzwischen hatten wir fast 10 min überzogen, obwohl ich doch schon längst bei der Aqua Gym hätte sein sollen! Der Oberguru-Doktor bedankte sich für das Gespräch und sagte, ich könne jederzeit wieder vorbeikommen. Während ich die Stufen ins Schwimmbad runterschlitterte, sinnierte ich darüber, dass wir gar nicht über Kopftücher gesprochen hatten. Von daher war dieses Gespräch doch außergewöhnlich gewesen. Als ich in das kalte Wasser eintauchte und mich langsam abkühlte, dachte ich, dass es toll wäre, neben jedem Podium künftig ein eiskaltes Becken für die Diskutanten zu haben.
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